Hier finden Sie Informationen über Biertreber

Biertreber haben einen höheren Futterwert

Biertreber sind wegen ihrer wertvollen Nährstoffe und besonderen Wirkung ein unverzichtbarer Rationsbestandteil in der Fütterung. Die Vorzüglichkeit der Biertreber wird auch weiterhin von folgenden Vorteilen bestimmt: 

  • viel und wertvolles Eiweiß
  • energiereich wie Kraftfutter
  • hoher Gehalt an natürlichen Wirkstoffen
  • Erhöhung der Grundfutteraufnahme
  • Ergänzungs- und Ausgleichsfutter
  • diätetisch wirksam
  • gesundheitsfördernd
  • entlastet den Stoffwechsel
  • Verbesserung der Fruchtbarkeit
  • Niedrigere Rationskosten
  • erhöhte Wirtschaftlichkeit

Die Richtzahlen zur Proteinversorgung der Wiederkäuer wurde 1997 von dem Rohprotein (XP) auf nutzbares Rohprotein (nXP) umgestellt. Dabei geht neben der Energie auch der Gehalt an unabbaubarem Rohprotein (UDP) ein. Die ruminale Stickstoffbilanz (RNB) wird seitdem als wichtige Kennzahl in der Rationsberechnung verwendet. Sie ist je nach Futtermittel positiv oder negativ. In der Gesamtration sollte sie jedoch möglichst ausgeglichen sein.

Für Biertreber ergab sich hieraus eine deutlich verbesserte Darstellung des Futterwertes.

Durch neue aufwendige Untersuchungen eines renommierten, niederländischen Forschungsinstituts wurde festgestellt, daß die bisherige Bewertung von Biertreber neu eingeordnet werden muß (s. top agrar 5/99, Seiten R 2).

In dieser langjährigen Versuchsreihe wurde über die Bestimmung der Proteinwerte in Darm und Blut ermittelt, daß 61 % des Biertrebereiweißes (Rohprotein, XP) pansenstabil waren. In der DLG-Futterwerttabelle wird seit 1997 von nur 40 % ausgegangen. Wenn man die neuen holländischen Ergebnisse in das deutsche Futterbewertungssystem überträgt, so ergibt sich für Biertreber ein deutlich höherer Futterwert (s. Tabelle).

Biertreber im Vergleich zu anderen Eiweiß-Futtermitteln

Futterwert  (je kg TS)

ME/MJ

NEL/MJ

XP g

UDP g

NXP g

RNB/g

Biertreber siliert 1)

11,2

6,7

249

97

185

+ 10

Biertreber neuer Futterwert 2) 11,4 6,8 260 159 229 + 5

Sojaschrot 1)

13,7

8,6

510

178

308

+ 32

Rapsschrot 1)

11,9

7,3

399

100

219

+ 29

Gerste 1)

12,8

8,08

124

31

164

- 6

1) DLG-Futterwerttabellen, Wiederkäuer 1997 2) Holländische Untersuchungen

Seit Jahrzehnten wird versucht, eiweißhaltige Komponenten vor der Umsetzung im Pansen zu schützen, da dies den Stoffwechsel der Milchkuh extrem belastet und zusätzlich viel Energie verschlingt, die nicht mehr für die Milchleistung zur Verfügung steht. In den siebziger Jahren wurden deshalb chemische Zusätze zur Bildung des sog. "protected protein" (geschütztes Eiweiß) eingesetzt.

Biertreber bekommt diese Eigenschaft auf natürlichem Wege durch den Brauprozess, und kann deshalb einen erheblichen Anteil des Proteins zur Leistungsanflutung im Dünndarm bereitstellen.

Der neue Futterwert bedeutet, daß der Proteingehalt der Biertreber besser zur Milchproduktion genutzt werden kann und dadurch die Milchmenge und der Milcheiweißgehalt gesteigert werden. Im Zusammenhang mit einer stoffwechselentlastenden Wirkung stellt Biertreber somit einen unverzichtbaren Bestandteil in der Proteinversorgung hochleistender Milchkühe dar.

 "Biertreber macht Milch!" 

Diese Bauernweisheit wird durch die neue Bewertung erklärbar und immer wieder durch vielen positiven Erfahrungen aus der täglichen Fütterungspraxis bestätigt.

 

Biertreber - Fütterung

Biertrebern werden überwiegend einsiliert, und als Silage gefüttert. Die Silierung gelingt problemlos auf einer ebenen Fläche, ohne Hilfsmittel. Zur Bindung der frei werdenden Bierwürze (Sickersaft) empfehlen wir unter den Silohaufen etwas Stroh oder Heu breit zu machen. Gut bewährt haben sich auch Zuckerpellets. Beachten Sie hierzu auch unsere Information "Biertreber – Konservierung / Silage".

Nach einer Anfütterungszeit von 2 – 3 Tagen wird Biertrebersilage von Praktikern in einer Menge von 3 bis 12 kg pro Tier und Tag eingesetzt. In reinen Maisrationen werden teilweise auch höhere Mengen verfüttert.

Gute Erfahrungen liegen auch bei TMR-Fütterung vor. Die Schmackhaftigkeit der Gesamtration wird verbessert, die gesamt TM-Aufnahme aus dem Grundfutter wird erhöht. Dies führt zu steigenden Leistungen und senkt die Rationskosten. Durch das spezielle Aminosäuremuster in der Trebersilage, wird selbst bei rechnerischem Proteinüberschuß eine Entlastung des Stoffwechsels und damit eine Leistungssteigerung erreicht. Weiterhin weist Biertreber eine negative Futter-Kationen-Anionen-Differenz (-55 meq/kg T) auf. Dies ist besonders wichtig, da es Milchfiebererkrankungen vorbeugt.

Für spezielle Fragen der Rationsgestaltung und der Futterberechnung stehen Ihnen unsere Fachberater jederzeit gerne zur Verfügung.